Freunde, kein Schnee und ein bisschen „Shining“

„Ja, ja, schneesicher ist die Region im Dezember. Absolut! Hundertprozentig! Total!“ – Das hatten uns Freunde versprochen, als wir uns über Silvester 2018 für eine Woche mit ihnen in Bad Lauterberg im Harz verabredeten.

Schöne Freunde sind das. 🤨

Nein, wirklich!!! Nur das mit der Wettervorhersage, das scheint nicht ihre Sache zu sein. 

Freunde, Feiern, Hütte, Lachen

Mit Freunden verreisen ist ja oft so eine Sache und birgt ja irgendwie immer auch ein Risiko. Sonst ist man meist nur den Tag über gemeinsam unterwegs oder zecht durch die Nacht, aber fünf Tage am Stück, quasi rund um die Uhr zusammen Zeit verbringen, das kann schon ordentlich in die Hose gehen.

Soviel vorweg – es war herrlich, sehr entspannt, fröhlich und hochgradig harmonisch!

Wir waren zu sechst – Diemo, Nicole, Matthias, Katrin und wir beide. Und wie es sich in diesem Zeitalter gehört, haben wir auch eine WhatsApp-Gruppe. Der Name der Gruppe: „Deutschland ist ein Dorf“. Der Grund für diesen Namen ist ziemlich simpel, die anderen leben in der ostwestfälischen Metropole Herford und wir in Stuttgart. Die Entfernung scheint irrelevant, schnell überbrückbar, daher fast so wie ins Nachbardorf fahren. Und wenn wir uns nicht in Herford oder Stuttgart treffen, dann eben spontan in Düsseldorf oder sonstwo. Deutschland ist eben ein Dorf.

Nebel, Bäume, Harz, Wald, Wiesenbeker Teich
Von wegen Schnee, nur Nebel, Nebel, Nebel und Regen

Bad Lauterberg sollte es also sein, im Harz, nahe des Brockens – und absolut schneesicher… Ich hatte es ja eingangs schon erwähnt, das mit den Wettervorhersagen ist nicht so das Ding der Herforder. Als wir ankamen, regnete es, es war windig, kalt, Nebel waberte über den Bergen und Wäldern.

Wiesenbeker Teich, Harz, Nebel, Wasserspiegelung, verlassenes Hotel, leerstehendes Gebäude
Ein Hauch von „Shining“

Der See war von einem milchigen Laken bedeckt und am gegenüber liegenden Ufer des Campingplatzes Wiesenbeker Teich lag ein verfallenes, heruntergekommenes Gebäude, das fatal an das Overlook-Hotel aus dem Film „Shining“ erinnerte… Während wir mit unserem Womo „Maggy“ anreisten, kamen die anderen mit dem Pkw und wohnten auf dem Campingplatz in zu mietenden Hütten.

Wir trotzen dem Wetter

Naja, es gibt nichts Gutes , außer man tut es (bei diesem Wetter). Also öffneten wir für die Frauen erstmal ein Fläschchen Prosecco – Stößchen – und schlugen für uns Jungs ein Fässchen Füchsen an. Von außen feucht, von innen flüssig, läuft. Schnell wurde uns angesichts der Witterungsbedingungen klar – kein Langlauf, kein Skifahren, kein Rodeln. Sehen, erkennen, handeln! Der Fokus richtete sich also sofort auf Essen, Trinken, Quatschen und eine gute Zeit haben. Für Vorräte hatten wir im Vorfeld bereits gesorgt. 

Und so wurde es dann auch umgesetzt, alles sehr entspannt. In den fünf Tagen vor Ort sind wir einmal die zwei Kilometer bis zur Stadt Bad Lauterberg gegangen und einmal in den Wald. 

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Die „Baude“ des Campingplatzes kann man gut von der anderen Uferseite erkennen
Fackeln, Wanderung, Regen, Nacht, Fackelwanderung
Fackelwanderung rund um den Wiesenbeker Teich
Fackeln
Fackelwanderer außer Rand und Band

Und nicht zu vergessen die nächtliche Fackelwanderung in strömendem Regen. 

Ansonsten haben wir gemeinsam gekocht, in der von uns mit Beschlag belegten „Almhütte“ gefeiert, Lagerfeuer gemacht und gegrillt und Bohnen mit Speck und Eiern über offenem Feuer gebraten und viel, viel geredet. Es war, als wäre es das Normalste der Welt, das wir die Zeit miteinander verbringen. Zugegeben, dass wir uns zu sechst treffen, kommt nicht so häufig vor. Zu weit ist dann doch die Distanz, als das man eben mal jedes Wochenende zum Kaffee schnell vorbeikommt. Bei Diemo, Nicole, Matthias und Katrin, die alle in Herford wohnen, gelingt das untereinander eher. Aber wenn wir dann mal zusammen unterwegs sind, dann ist da eine Vertrautheit, die die Distanz vergessen macht. Das ist es wohl, was Freundschaft im Kern auszeichnet: Es bedarf keines täglichen Bulletins, um Nähe zu bewahren.

Hütte, Beisammensein, Tee, Kaffee, Holzhütte

Am Vorabend unserer Abreise setzten wir uns nochmal in „unserer“ Almhütte zusammen, um ein Fazit zu ziehen. Alles kam auf den Tisch, was uns gefallen hat, was uns nicht so gepasst hat. Letztlich fanden wir es so schön, dass alle wir uns alle einig waren, 2019 wieder eine gemeinsame Tour zu machen. Die Auslosung für die Organisation fiel auf Sabrina und mich. Feierlich bei einem Gin Tonic übergaben Diemo und Nicole das Organisationszepter an uns weiter.

Wie ist das bei dir? Reist du gerne mit Freunden? Auch mal mit Familie? Oder lieber ganz alleine?

Wir freuen uns auf Deine Meinung! Das Kommentarfeld findest Du am Ende der Seite,

Für alle, die diesen schönen Campingplatz auch einmal bereisen wollen, hier noch der Link:

Campinglatz „Wiesenbeker Teich“